Anfang März verbesserte das Bauministerium die Förderkonditionen für das EH-55-Programm – der Effektivzins sank auf 1,0 Prozent. Doch innerhalb von zehn Tagen stieg er wieder auf 1,23 Prozent. Das ist der Grund für den Zickzack-Zins.

Erst Anfang März hat das Bundesbauministerium die Konditionen für die befristete EH-55-Förderung verbessert, um dem Wohnungsbau einen zusätzlichen Schub zu geben. Doch die Entwicklung an den Kapitalmärkten hat diesen Effekt schon nach wenigen Tagen wieder etwas abgeschwächt: Nach der Verbesserung zum 2. März sank der effektive Jahreszins auf 1,0 Prozent, stieg jedoch bis zum 12. März wieder auf 1,23 Prozent. Der Grund: Der Effektivzins ergibt sich nicht allein aus der staatlichen Zinsverbilligung, sondern auch aus den Kapitalmarktzinsen und weiteren Kosten (wie etwa für die Bearbeitung). Und die Kapitalmärkte spielen derzeit nicht mit.
Geopolitische Lage treibt die Zinsen
"Die Zinskonditionen orientieren sich am Kapitalmarkt, der naturgemäß Schwankungen unterliegt", teilte eine Sprecherin des Bundesbauministeriums auf Anfrage mit. Aktuell spielten vor allem die geopolitischen Entwicklungen eine große Rolle. "Ein garantierter Zinssatz ist daher nicht möglich." Auch andere Förderprogramme seien von steigenden Kapitalmarktzinsen betroffen. Trotzdem betonte die Sprecherin: "Die Zinskonditionen liegen immer noch deutlich unter den aktuellen Bauzinsen und sind weiterhin attraktiv."
Nachbesserung vorerst nicht geplant
"Eine erneute Anpassung der Förderbedingungen ist aktuell nicht geplant", so die Sprecherin. Das Ministerium prüfe aber fortlaufend die Wirksamkeit der Fördermaßnahmen und tausche sich darüber mit der staatseigenen KfW-Förderbank aus.
Baupolitischer Sprecher der CSU fordert Korrektur
Unterdessen forderte der baupolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Michael Kießling, die Bundesbauministerin zu einer Korrektur der EH-55-Förderung auf. "Die Ampelregierung hat in der vergangenen Legislaturperiode mit der Unzuverlässigkeit ihrer Förderpolitik den Wohnungsbau fast zum Absturz gebracht", sagte Kießling. "Aus diesen Fehlern sollte die Bauministerin eigentlich die notwendigen Lehren ziehen, statt alte Fehler in neuem Gewand zu wiederholen." Ein wöchentliches Hin und Her beim Förderzinssatz schade der Ankurbelung des Wohnungsbaus.
Zinsentwicklung seit Programmstart
Zum Start des Programms am 16. Dezember 2025 lag der effektive Jahreszins bei 1,94 Prozent – bei einer Laufzeit von zehn Jahren und einer Zinsbindung von zehn Jahren. Unmittelbar vor der Verbesserung der Konditionen Ende Februar betrug er für einen vergleichbaren Kredit noch 1,74 Prozent.
Über 17.000 Wohnungen seit Dezember gefördert
Mit der befristeten EH-55-Förderung will Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) bereits genehmigte, aber noch nicht begonnene Bauprojekte fördern und so den Wohnungsbau ankurbeln. Seit dem Beginn des Programms Mitte Dezember 2025 bis Ende Februar 2026 konnten insgesamt rund 17.000 Wohnungen gefördert werden. Insgesamt stehen für das Programm 800 Millionen Euro zur Verfügung.